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Black Desert – Test des Sandbox MMORPG

Black Desert – Test des Sandbox MMORPG
Mai 17
16:59 2016

Für Frühstarter war das MMORPG Black Desert Online bereits ab Ende Februar spielbar. Inzwischen ist auch für mich genug Zeit vergangen, um ein erstes Fazit zur Sandbox Hoffnung aus Asien ziehen zu können. Hat Pearl Abyss mit Daum Europe als Publisher gute Arbeit geleistet oder befindet sich das grafisch schicke Spiel bereits auf dem absteigenden Ast?

Black Desert im Test bei EGO

Mehr als 400 Stunden sind für mich inzwischen im Spiel vergangen. Zwei Charaktere haben Level 50 erreicht und als Händler konnte ich ab und zu Platz 4 auf dem Server belegen. Untätig war ich also keinesfalls. Etliche Millionen Silber sind verdient und für das Aufwerten des Equipments wieder schmerzhaft verbraten worden. Die Waffen sind inzwischen +15 und blau, sowie auf +12 beim Twink. Die Rüstung bewegt sich zwischen +11 und +13. Der teuerste Handelswagen steht parat, sowie ein gutes Fischerboot.

So viel zum Status Quo, damit jeder weiß, von welchem Stand aus ich das Spiel bewerte.

Punkt 1: Die Grafik

Mit hauseigener Engine macht Black Desert eine mehr als gute Figur. Im Vergleich mit anderen MMORPGs auf dem Markt, schneidet es überdurchschnittlich gut ab. Ich mit meinem subjektiven Eindruck möchte gar meinen, dass Black Desert grafisch aktuell den ersten Platz inne hat. Wer sich in höchster Qualitätsstufe Flüsse, Sonnenuntergänge und Figuren ansieht, entdeckt unglaublich viele Details, die eine tiefe Atmosphäre erzeugen können. Note: 1.0

Punkt 2: Die Charaktererstellung

charaktererstellung von Black DesertDen zweiten ersten Platz gewinnt Black Desert mit seinem Charakter-Editor – oder? Für mich nach langer Überlegung nicht ganz. Zwar ist so viel einstellbar, wie in keinem MMORPG zuvor, allerdings vermisse ich Fantasy-Kreaturen, die ich trotz dem Editor einfach nicht erstellen kann. Zwar huschen etliche Gestalten als NPCs herum, die sich als Fantasy-Wesen wunderbar eignen würden, jedoch blieb man für Klasse/Rasse bisher bei Mensch und Riese (der letztendlich nur ein großer Mensch ist).

Zweites Manko in diesem Aspekt: Es gibt keine freie Wahl des Geschlechtes, was für viele Spieler alles andere als erfreulich ist. Während es für Zauberer und Schwertmeister männlich und weiblich mit fast keinen Unterschieden gibt, schauen die anderen Klassen in die Röhre… WARUM?! Note: 2.5

Punkt 3: Das Finanzierungsmodell

Hier scheiden sich die Geister bei fast jedem MMORPG. Black Desert macht es jedenfalls geschickt, egal wie man es nimmt. Eine Möglichkeit, welcher man Pay to Win unterstellen könnte, gibt es auf den ersten und auch zweiten Blick nicht. Wer extrem viel Zeit investieren kann, der bekommt auch letztendlich was er will. Allerdings sei zu beachten, dass PvP im Endgame extrem abhängig vom Equipment ist. Wer also als Casual meint, im PvP mit mittelmäßigem Equipment etwas zu reißen, weil er seine Klasse beherrscht… eher nicht.

Es gibt durch aus kaufbare Items, die einem den Weg zur besten Ausrüstung erleichtern, da der beste Loot von Worldbossen kommt. Die Chance dafür steigt entsprechend dem verursachten Schaden. Da man meist nach einem Schlag tot ist, bieten sich Elions Tränen an, die käuflich zu erwerben sind und sofortige Wiederaufstehung ermöglichen. Diverse Kostüme geben übrigens auch passive Boni bspw. für das Schwimmen oder die Pferdeausbildung.

Last but not least sei das System mit Inventarplätzen und Traglast erwähnt. Wer nicht jede Stunde zum Händler latschen will, muss in Erweiterungen investieren. Wer den selben Effekt mit kostenlosen Loyalities sucht, benötigt Geduld für einige Monate. Black Desert zwingt einen nicht direkt zum Geldausgeben, aber es streichelt jeden motivierten Spieler in diese Richtung. Wer mit den Hardcore-Spielern mithalten will oder schnell wettbewerbsfähig im PvP sein möchte, wird auf Dauer am Cash-Shop nicht vorbei kommen.

Wer allerdings nur so fröhlich vor sich hin kämpfen will, dem kann das alles ziemlich egal sein. Jedenfalls so lange, bis Playerkilling auf der Tagesordnung steht und man des Öfteren wehrlos niedergemäht wird. Mir ist das zum Glück noch nicht passiert, aber unrealistisch ist es nicht. Um diesen Punkt abzuschließen muss noch erwähnt sein, dass Black Desert ja irgendwie schon Geld verdienen muss, was ganz klar ist. Ob diese Methode richtig ist? Für Casual-PvP Spieler definitiv nicht! Note deshalb: 4.0

Punkt 4: Das Kampfsystem

lets plays zu Black Desert GermanNeben all dem Gram glänzt vor allem eines: Die Kämpfe in Black Desert sind Spitzenklasse und das beste, was ich bisher in einem MMORPG gesehen habe. Jede Klasse spielt sich anders und zwar so detailliert anders, dass es zum Twinken motiviert. Mit Tastatur und Maus lassen sich Kombos drücken, die dann Skills auslösen. Hotkeys gibt es zwar auch, jedoch benötigt man diese in den seltensten Fällen. Die meisten Attacken werden mit Kombinationen gezündet und das aktive Zielsystem gibt der Action den Rest. Für mich hier ganz klar die Note: 1.0

Punkt 5: Quests & Events

Kill-Quests, Sammelquests und ein paar „Lauf dort hin und mach das oder rede mit dem…“ – Quests. Eigentlich war das neben den Story-Quests schon das Ende der Geschichte. Wer tiefe Geschichte sucht, kann getrost die Finger vom Spiel lassen und sich lieber ESO zuwenden. Diese Quests, bei welchen man Items von Monsterdrops farmen muss nerven zudem, weil die Traglast sehr darunter leidet. So rennt man schnell mit vollgestopftem Inventar herum und wenn man direkt verkauft heißt es ab zur nächsten Stadt weil selbst das Silber sehr viel wiegt.

Ich kann in diesem Punkt nicht mehr als die Note 3.5 geben.

Punkt 6: Sound & Musik

Die Soundeffekte sind allesamt gut gelungen und da gibt es nichts zu beanstanden. Die Musik lässt allerdings jeder irgendwann getrost aus, weil das Gedudel irgendwie plemplem macht. Ich zumindest ersetze sie sehr oft durch meine aktuellen Lieblingssongs. Da macht das Grinden auch gleich viel mehr Spaß. Note: 2.8

Punkt 7: Die Langzeit Motivation

Black-Desert-HousingEin Ende ist bei Black Desert eigentlich nie wirklich in Sicht. Besser geht es immer dank dem Aufwertungssystem mit Zufallsprinzip. Wer zur dekadenten Oberschicht von Black Desert gehört, farmt zum Beispiel eine seltene Halskette namens Ogerring (Wert um die 60-80 Millionen Silber) und wertet diesen dann mit mindestens zwei weiteren Ogerringen auf einen TRI: Ogerring auf. Man bedenke dabei, dass ein Verfehlen bei Aufwerten den Verlust dieser Items zur Folge hat. Entsprechend hat so auch der letzte Mensch ohne realen Lebensinhalt die perfekte Beschäftigung gefunden. Wie man das selbst moralisch findet und ob das spaßig gestaltet ist, sei dahingestellt. Zu erreichen gibt es in Black Desert jede Menge, weshalb es die Note 1.0 gibt.

Punkt 8: Handel und Crafting

Für Händler, Crafter und Micro-Manager ist Black Desert der heilige Gral. Die Systeme dahinter sind tiefgreifend, umfangreich, miteinander verzahnt und erfordern manchmal sogar ein bisschen Grips. Wer nicht nur selbst Holz hacken oder verarbeiten will, kann Arbeiter anheuern und für sich arbeiten lassen. Dafür muss man diesen allerdings einen Schlafplatz zur Verfügung und ausreichend Bier als Motivation auf den Tisch stellen. Werkstätten müssen freigeschaltet und ausgebaut werden. Arbeiter steigen ebenfalls im Level, lernen Talente und können sogar zur Beförderungsprüfung geschickt werden.

In diesem Bereich ist Black Desert ziemlich beeindruckend. Störend ist hier nur, dass Arbeiter an eine Stadt gebunden sind. Die Produktion mancher Items zu verstehen ist hin und wieder auch nicht so einfach, bspw. bei Schiffen. Aus diesem Grund gibt es die Note: 1.3

Mein persönliches Fazit zu Black Desert:

Seit Age of Conan habe ich kein Spiel mehr so lange gespielt, wie Black Desert. Noch nie habe ich besser gekämpft. Noch nie fand ich ein MMORPG hübscher und durchdachter. Ein Dorn im Auge ist mir allerdings das brutale Gegrinde mit relativ wenig Belohnung, weil manchmal auch alles für ein Upgrade der Ausrüstung flöten geht. Es kann also auch vorkommen, dass man mehrere Stunden wirklich für den Popo auf Bestien eingeprügelt hat und bei der Aufwertung der Rüstung sogar draufzahlt! Ich persönlich habe immer noch großen Spaß an den Kämpfen und ich glaube fast, dass Black Desert ohne dieses Kampfsystem bei mir längst untendurch wäre. Zwar ist Crafting, Handel und Fischen eine super Sache für AFK-Spieler (ich selbst angle und handle zum Beispiel während der Arbeit) – rausreißen tut es das allerdings auch nicht.

Nichts desto trotz wird für reichlich neue Inhalte gesorgt, was man auch nicht verdenken darf. Die zwei Updates haben riesige Landstriche, viele neue Monster und Quests freigeschaltet. Das Spiel hat kaum Bugs, dafür aber immer noch ein unfertiges UI (Userinterface), sowie eine schlechte Übersetzung. Zu guter Letzt sei mir die Community erwähnt, für die Black Desert selbst ja nichts kann. Auf dem Server Alustin bin ich bisher allerdings leider zu 90% unfreundlichen, egoistischen, kindischen und asozialen Spielern begegnet. Schade eigentlich, weil schließlich die Community bei einem Spiel Vieles gut machen und ausgleichen kann. Dennoch werde ich mit Sicherheit noch viele Stunden in Black Desert verbringen. Dafür fetzen die Kombo-Angriffe einfach viel zu gut und zu tun gibt es immer irgendwo etwas.

Für Casuals mit Arbeitsplatz und Reallife, die sich gerne mit anderen vergleichen oder messen wollen und kein Bock auf Grinden oder Itemshop haben muss ich allerdings sagen:

„Lasst es lieber – ihr verschwendet eure Zeit und lasst das Spiel unglücklich liegen.“

Vorläufige Bewertung zu Black Desert Online:

2,1

UPDATE!: Black Desert empfehle ich nach etlichen Patches und neuen Updates NICHT MEHR!

Das Spielprinzip hat sich inzwischen leider weitestgehend zu einem Pay to Win Modell entwickelt.

Sehr, sehr schade…

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Mein Name ist Tobias Schiller und ich bin Autor des MMORPG & Online Spiele Magazins. Hier gibt es Infos zu MMORPGs, Browser-Games und Free to Play Spielen auf deutsch auch in Form von Listen. 
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