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Gamer und Politik? Der Blick über den Bildschirm hinaus

Gamer und Politik? Der Blick über den Bildschirm hinaus
März 15
14:28 2016

Wir sind Gamer und wir teilen eines der schönsten Hobbies der Welt. Was haben wir aber mit Politik am Hut oder anderen gesellschaftlich wichtigen Fragen? Sind wir zu passiv? Lässt sich das überhaupt pauschal sagen? Wagen wir man ein Blick am Bildschirm vorbei.

Der Gamer und die Politik

Warum sage ich überhaupt „der Gamer“? Früher identifizierte man sich mit diesem Begriff, weil man als Zocker eine Randgruppe darstellte. Heute ist das zwar noch teilweise, aber nicht mehr ganz so krass der Fall. Was mir jedenfalls aufgefallen ist, ist das recht starke Interesse vieler Gamer, wenn es um Politik geht. Eigentlich möchte man ja meinen, dass Computerspiele davon ablenken,da Gamer eine „politikferne Zielgruppe“ sind. Sind sie das? Teilweise auf jeden Fall:

In Gilden, Communities oder Clans ist bspw. nicht selten verankert, dass politische Meinungen in den Foren oder im Voice-Chat nichts verloren haben. Nun könnte man meinen, dass politische Auseinandersetzung unter Gamern im Internet sogar gewollt vermieden werden. Das ist nicht ganz richtig, weil diese Regeln meist aus einem bestimmten und guten Grund bestehen: Hin und wieder gibt es natürlich auch rechtsextreme Gamer, die dann entsprechende Äußerungen von sich geben.

Warum lenken Computerspiele ebenfalls von politischer Aktivität ab? Nun, während der Spielzeit befasst man sich wohl kaum mit politischen Fragestellungen. Ebenso wenig liest man ein aufklärendes Buch oder macht sich Gedanken über die Zukunft unseres Planeten. Somit sin Gamer beim Spielen genauso befangen, wie exzessive TV-Gucker.

Weniger Politik – ist das gewollt?

Aus gutem Grunde erwähnte ich weiter oben, dass viele Gamer INTERESSE an Politik haben. Aktiv werden wird allerdings kaum einer von uns, weil es vor dem Bildschirm einfach bequemer, abenteuerlicher und spannender ist. Bedenkt man in diesem Zusammenhang, wie günstig oder inzwischen sogar kostenlos Spiele legal erlangt werden können, liegt die Theorie einer Verschwörung nicht allzu fern.

Wer spielt, fragt nicht nach und muckt nicht auf. Gleiches legt die Theorie nahe, dass die Flüchtlingsströme gewollt und geplant waren. Die innere Zerrüttung einer Gesellschaft trägt ebenso dazu bei, dass man sich nicht mit zentralen Fragen der Politik auseinandersetzt. Wer so viele bedrohliche Streitthemen auf dem Tisch hat, wer denkt da schon noch an NSA, NATO, Armut oder Krieg?

Die Generierung von Geld und Gewinn wird dadurch nicht nur ermöglicht – sie wird gesteigert! Wir Konsumenten schaufeln hier zusätzliches Wasser auf die Mühlen, die selbiges wieder in den selben Teich zurückbefördern. Mit dem Unterschied, dass jenes Wasser auf Dauer immer giftiger wird. Bewusst wird uns das in virtuellen Online-Welten natürlich nicht.

Warum diese Thesen?

Nun, wer auf Facebook unterwegs ist, dürfte vielleicht schon auf ein Video wie dieses gestoßen sein:

Auf den ersten Blick ein ulkiger Lacher darüber wie „wenig Intelligent“ diese Menschen sind und was wir da bloß im Bundestag haben. Auf der anderen Seite lachen wir hier über Entscheidungen, die inzwischen etwa 220 000 Tote gefordert haben. Darunter sind übrigens ca. 80 000 getötete Frauen und Kinder.

Dass eine solche Sendung im öffentlich-rechtlichen gesendet wird, für das wir zudem monatlich Geld bezahlen, halte ich für bedenklich. Und ja, da drängt sich mir durchaus die Theorie auf, dass hier gewollt wird, dass wir das Thema auch mal „gelassen“ und heiter betrachten. Schließlich suggerieren uns die hinein geschnittenen Lacher aus dem Publikum, dass wir das als lustig empfinden sollen.

Fazit

Ich denke, dass wir Gamer im Großen und Ganzen schon deutlich mehr politische Aktivität zeigen sollten – die Welt hat es nötig! Aus diesem Grunde habe ich die Kategorie „Real Life“ vor einigen Monaten ins Leben gerufen. Hier sind zwar noch nicht allzu viele Kolumnen vorhanden, aber ich arbeite daran. Wer mitmachen will, ist natürlich herzlich dazu eingeladen sein Werk zur Veröffentlichung einzusenden.

 

Quellen:

Tote im Syrienkrieg (http://www.taz.de/!5012256/)

Gamer Poltikfern (http://politik-digital.de/news/die-bpb-auf-der-gamescom-120176/)

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5 Kommentare

  1. Steff
    Steff März 16, 15:58

    Respekt – ein klasse Artikel, das muss mal gesagt sein!

    Auf dieses Kommentar antworten
  2. JohannVonTi
    JohannVonTi Mai 22, 16:38

    Aber Dir ist klar, dass Gamer gesellschaftliche abgrenzbare Gruppe darstellt, Du wenig über diese Aussagen kannst. Ich bin Gamer und politisch aktiv, alle meine Freunde auch.

    Das viele Spieler eben wenig damit am Hut haben hat 2 Gründe: Wie Du gesagt hast, ist es online eher ungern gesehen, politische Themen anzusprechen, die haben in den Spielen nichts verloren. Das sagt doch aber nichts über die Haltung im „Real Life“ aus.

    Der nächste Punkt: Viele Spieler sind nun mal Kinder und Jugendlicher, die in der Regel auch wenig politisch aktiv sind, weil sie keine Berührung damit haben.

    Letztlich sind es nicht „Gamer“ die wenig politisch aktiv sind, es ist die Gesellschaft selbst, zu der die „Gamer“ eben dazu gehören. Das hat nichts damit zu tun, dass wir Spiele konsumieren – Dann könntest Du das auf jede Freizeitbeschäftigung die Geld kostet reduzieren. Es hängt mit einer allgemeinen Politik Verdrossenheit zusammen. Die Menschen haben nicht das Gefühl, etwas ändern zu können. Interessieren sich nicht mehr, informieren sich nicht mehr. Das ist eine gefährliche Entwicklung, wie der erstarkende Rechte Arm auf der ganzen Welt zeigt. Doch dass hat mit Gaming nichts zu tun, so leid es mir tut. Damit verkennt man doch völlig die Realität und versteift sich krampfhaft auf eine Zielgruppe, die man eigentlich nicht zusammenfassen kann.

    Auf dieses Kommentar antworten
    • JohannVonTi
      JohannVonTi Mai 22, 16:43

      Zeile 1:* Keine „gesellschaftlich abgrenzbare Gruppe“

      Die anderen Fehler sind mir jetzt mal egal,schade, dass man nicht editieren kann.

      Auf dieses Kommentar antworten
    • Tobias Schiller
      Tobias Schiller Autor Mai 26, 13:33

      Das ist mir in der Tat klar, aber da wir uns hier in einem Gamer-Blog und nicht bei Spiegel, Bild oder ähnlichem befinden, richte ich mich bewusst an „Gamer“, da ich hier kaum anderweitiges Publikum erwarte.

      Ich habe hier lediglich meine persönlichen Eindrücke geschildert, die ich in den letzten Jahren als Gildenleiter im Kontakt mit mehreren hundert Gamern gesammelt habe.

      Was das Real Life angeht, kann ich nicht beurteilen, ob und wie sehr Gamer politisch aktiv sind – das wollte ich mit diesem Beitrag auch nicht tun. Es ging mir vielmehr darum, darauf aufmerksam zu machen wie viel Zeit wir als Gamer damit verbringen auf den Bilschirm zu starren, während der Tag an uns vorbeizieht, obgleich ich eigentlich viel mehr Potenzial in Gamern sehe.

      Summa summarum:

      Ich gehe mit dir konform, dass es ein gesellschaftliches Problem mit der Politikverdrossenheit ist.

      „Gamer“ habe ich hier bewusst aufgegriffen, weil wir uns A: hier im Gaming-Umfeld befinden und B: mir persönlich bei anderen Spielern der letzten Jahre großes Interesse hinsichtlich Politik aufgefallen ist, welches ich aber durch 24/7 Zocken als (evtl. sogar gewollt) unterdrückt ansehe. Wobei ich hier wieder NICHT pauschalisieren will was ein Gamer ist oder dass jeder Gamer 24/7 zockt.

      Es ging mir also vielmehr darum, auf etwas aufmerksam zu machen, anstatt ein Problem auf eine Zielgruppe festzunageln (was ziemlich beschränktes Denken wäre).

      Dass Entertainment wie Gaming, TV Dauerschleife und einseitige Berichterstattung uns davon abhalten KANN, dass wir uns mit Problemen auf der Welt (umsichtig) beschäftigen ist uns beiden ,denke ich, klar.

      Ob das gewollt ist, wollte ich kombiniert mit eigenen Erfahrungen als Frage in den Raum stellen und jeden „Gamer“ einfach dazu anregen, sich selbst zu hinterfragen, ob er vielleicht Tag ein Tag aus seine Zeit mit Zocken verplempert (ebenso wie exzessive TV-Gucker), anstatt bereichernde Bücher zu lesen und sozial-politisch aktiv zu sein. <- Das speziell hat mit Gaming schon etwas zu tun und ich möchte deshalb speziell Gamer ansprechen, sich vielleicht auch über diesen Blog politisch einzusetzen, Themen aufzugreifen und hier zur Diskussion zu stellen. Das Problem an sich ist, wie du denke ich auch meinst, weitaus breitflächiger zu betrachten und natürlich nicht nur auf Gaming zu münzen.

      Auf dieses Kommentar antworten

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