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The Division – Das Open World Action RPG im Test (Langzeit)

The Division – Das Open World Action RPG im Test (Langzeit)
September 20
13:21 2017

Der Release von The Division ist schon eine Weile her (8. März 2016). Ein Test kommt also reichlich spät, oder doch nicht? Ich finde, dass eine zusätzliche Meinung, insbesondere nach den neusten Updates/Patches, dennoch ganz wertvoll ist. Daher: Herzlich willkommen zum Divison Testbericht der EGO!

the division-spielzeit

Der Test beginnt!

The Divison habe ich lange nicht angerührt. Zu groß war die Befürchtung eines unbegründeten „Hype“ um den Endzeit-Agenten-Shooter. Bewahrheitet hat sich das auch zum Teil nach der Veröffentlichung: Viele Spieler sind abgesprungen.

Nachdem ich ein paar Monate später im Pressebereich von Ubisoft nach einem Test-Zugang fragte, erklärte man mir kurz und desinteressiert, dass es keine Test-Keys für „The Division“ mehr gäbe. Bei digitalen Schlüsseln ist das eine sehr merkwürdige Aussage, die vielleicht auch auf den Praktikanten-Status des Mitarbeiters zurückzuführen ist.

Nun denn: Ubisoft war es zu dieser Zeit wohl nicht besonders wichtig, dass weitere und auch kleine Magazine eine Bewertung für das Spiel abgeben – zur Kenntnis genommen. Einige Monate später entschloss ich mich dann trotzdem, mir The Division auf eigene Kosten anzusehen und so begann auch der Test.

Eigentlich komisch, dass ich hier überhaupt Arbeit hineinstecke, wenn es dem Publisher so egal ist…

The Division ist anders

The Division GeschichteSo gering mein Begeisterung für die Kooperationsfreudigkeit von Ubisoft auch ist: The Division bringt ein durchdachtes Szenario mit, welches eindrucksvoll präsentiert wird. Sowohl die Schauplätze, als auch die Feinde und Freunde, werden gekonnt in den Spielverlauf eingeflochten.

Als Spieler kann man also einen guten Bezug zu den Inhalten herstellen, was eine besondere Atmosphäre erzeugt. Diese verstärkt sich durch hauptsächlich gut gemachte Video-Sequenzen und viele kleine Details in der Spielwelt.

  • Die „Cleaners“ mit ihren Masken und Flammenwerfern wirken bedrohlich und auch die „Rikers“ werden im Verlauf der Geschichte eindrucksvoll in Szene gesetzt.
  • Die einzelnen „Banden“ haben allesamt ihre Gründe, Motive und Ziele, was sie viel glaubwürdiger macht.
  • Sogenannte „Echos“ erlauben uns einen grafisch besonders gestalteten Blick in die Vergangenheit. Hier werden teils tragische Szenen auch vertont dargestellt.
  • Sprachnachrichten auf Smartphones von vermissten oder verstorbenen Personen könne zudem überall in der Welt geborgen werden.
  • Jeder Einsatz hat ein vertontes Briefing und immer wieder gibt es auch Sequenzen mittels Ingame-Grafik.
  • Überlebende auf den Straßen suchen nach Essen, streiten sich um Habseligkeiten oder versuchen in verschlossene Autos einzudringen.
  • Hunde irren umher, bellen uns an und bedrohen teilweise sogar Überlebende auf der Suche nach Nahrung.

Diese und viele weitere Aspekte verdichten gekonnt die Atmosphäre im Spiel. So erfährt man teilweise auch sehr traurige Geschichten, die sich während dem Drama abgespielt haben. Wenn man will und sich darauf einlässt, kann man sich also fast wirklich wie ein Agent fühlen, der quasi die Welt rettet.

Ist The Division motivierend?

The Division RealismusEine der wohl wichtigsten Fragen bei jedem Spiel ist, ob es Neugierde weckt und genug Spaß macht. Zu entdecken gibt es in Manhattan extrem viel. Die Anzahl an Missionen finde ich inzwischen vollkommen ausreichend. Darunter gibt es manche Missionen, die sehr hervorstechen – andere wiederum sind gut, aber nicht überragend.

Ausrüstung plündern wir sowohl aus Truhen, als auch bei toten Feinden. Belohnungen gibt es also und die neuen Gegenstände wirken sich auch spürbar auf die Kampfkraft aus. Genug Grund also, um auf die Jagd nach Beute zu gehen und alle Winkel der Stadt zu entdecken.

Was mir bei diesem Aspekt noch nicht so ganz gefällt ist, dass die meisten Gebäude nicht zugänglich sind, sondern nur ein paar. Ich kann also nur bedingt „plündern“ und ebenfalls nicht jeden Schrank, jede Kommode oder jedes Regal ausräumen. Hier könnte der Sammel-Trieb noch intensiver gefördert werden.

Die Kämpfe in The Division

In meinen Augen sind die Schießereien das Herzstück des Spiels. Reines Ballern bringt uns hier nicht weiter. Wir müssen Deckung suchen und mit etwas Taktik vorgehen um zu gewinnen. Im Laufe des Spiels schalten wir Fähigkeiten und Talente frei, die uns noch mehr Möglichkeiten geben und einen eigenen Spielstil definieren lassen.

Die Fähigkeiten sind mehr oder weniger Effektiv. Man sollte also schon testen, welche Fähigkeiten zu einem selbst passen und vor allem auch, wie hilfreich diese sind. Die Nützlichkeit finde ich hier relativ unausgewogen. Während manche Fähigkeiten den PvE Inhalt zum Kinderspiel machen, sind andere weitaus weniger nützlich.

Die KI lässt sich vor allem bei Missionen hin und wieder austricksen. Das kann auch notwendig sein, wenn die eigene Ausrüstung nicht besonders gut ist.

Die Steuerung

In diesem Zug fällt mir auch ein weiterer Kritikpunkt ein: Die Werte der Ausrüstung finde ich wenig transparent. Man sieht nicht wirklich einfach, ob und wie stark der Held mit angelegter Ausrüstung ist und welche Zahlen hier eine Rolle spielen.

Die Werte, die dargestellt werden, haben sich mir erst erschlossen, nachdem ich mich belesen habe. Vermiest wird das ganze ebenfalls durch die Menüführung, die ich leider als „grauenhaft“ bezeichnen muss. Man merkt ganz klar, dass sowohl Konsole als auch PC mit einer Spielversion bedient wird.

Das ganze Menü ist also besonders für die Konsolensteuerung ausgelegt. Mausaktionen wie Drag & Drop sucht man in der PC-Version immer noch vergebens. Sehr schade! Man gewöhnt sich zwar daran, aber auch im Kampf bin ich nicht immer begeistert von der Steuerung.

Das Endgame

Besonders hier wurde nach dem Release viel getan. Es gibt verschiedene Missionstypen für Einzelspieler, aber auch Gruppen. „Alte“ Missionen sind ebenfalls in schweren Modi wiederholbar. Neue Ausrüstungslevel erleichtern die vorhin kritisierte Orientierung in Sachen Equipment ein wenig.

Im Endgame von The Division kann ich zum Beispiel:

  1. Alle Sammelgegenstände in Manhattan bergen und zahlreiche Achievements freischalten
  2. Boss-Gegner aufspüren und zur Strecke bringen
  3. Suchen & Zerstören Missionen absolvieren
  4. Im letzten Gefecht einen Multiplayer-Modus wie bei einem gewöhnlichen Shooter spielen
  5. The Division als „Survival Game“ erleben, wenn ich Manhattan im „Überleben“ Modus besuche
  6. Untergrund Missionen alleine oder mit einer Gruppe spielen
  7. An Globalen Events teilnehmen, die alle paar Monate aktiv werden
  8. Spezielle Missionen im PvE absolvieren, die allerdings nur für Gruppen gedacht sind

Es wird mittlerweile also eine ganze Menge geboten und in Kombination mit der Jagd nach den besten Items ist das auch gut gelungen.

Kritik kann ich hier nur soweit geben: Irgendwann ist die Beute-Truhe voll und man muss Teile verkaufen oder auseinanderbauen. Das Aussortieren fällt mir hier sehr schwer, weil ich nicht sofort sehen kann, welches Item besonders stark ist und welches weniger (bezogen auf Endgame-Items).

Die zahlreichen Set-Gegenstände kommen alle mit verschiedenen Werten daher, was irgendwann zu Unsicherheit und Desorientierung führt. Soll ich den Helm dieses Sets mit +X auf MP-Schaden oder mit +X auf Sturmgewehrschaden behalten? Am Ende hat man etliche Teile doppelt und dreifach, bis das Inventar aus allen Nähten platzt.

Irgendwann hat man dann aber auch sein Set, seinen Spielstil und seine Waffen- und Ausrüstungsmods gefunden. Die Jagd nach dem entsprechenden „Classified-Set“ ist jedoch nur in den selten aktiven Globalen Events möglich. Die „Classified“ Sets sind quasi eine stärkere Variante der normalen Sets und geben nicht nur 3 oder 4, sondern auch 5 oder 6 Set-Boni.

Zwar sind manche dieser Sets inzwischen auch Item-Pool für den „normalen“ Inhalt, aber eben nicht alle. So heißt es dann warten und Däumchen drehen.

Mein Fazit

The Division konnte mich ganze 140 Stunden begeistern. Das schaffen definitiv nicht viele Spiele! Dann war allerdings für mich der Punkt erreicht, wo ich nur noch folgende Optionen hatte:

  • Untergrund-Missionen wiederholen
  • Bosse in Manhatten zu x-ten Mal töten
  • Gruppen-Missionen wiederholen
  • Story-Missionen wiederholen
  • Letztes Gefecht (Multiplayer-Modus) wiederholen
  • Den Überlebensmodus wiederholen
  • Achievements erreichen

Wie ihr seht, steht hier sehr oft „wiederholen“. Klar kann ich im letzten Gefecht bis Stufe 40 aufsteigen, dafür ist mir der eine Spielmodus und die wenig abwechslungsreiche Map aber deutlich zu wenig. An diesem Punkt drückt man also sehr oft auf „Replay“ oder wartet auf das nächste globale Event mit besonderen Belohnungen.

Trotz meiner Kritik muss ich sagen, dass ich The Division wirklich empfehlen kann. Mir hat es 140 Stunden sehr viel Spaß gemacht und ich habe eine hochwertige Story mit hauptsächlich toll inszenierten Missionen erhalten. Teilweise war ich so in der Atmosphäre gefangen, dass die Zeit wie im Flug verging und ich so vorsichtig gespielt habe, weil ich nicht sterben wollte.

Man kann definitiv mehr als 100 Stunden Freude an dem Spiel haben, ohne, dass sich etwas wiederholen muss. Zwar sind viele Nebenmissionen etwas aus dem Baukasten herausgezogen, aber über alle negative Effekte konnte ich in meinem Test hinwegblicken, weil der Rest wirklich gut funktioniert hat. Dass die Grafik top ist, muss ich hier wahrscheinlich kaum erwähnen.

Daher von mir inzwischen eine klar Kaufempfehlung für The Division. Vor allem, weil man das Spiel in digitaler Version deutlich günstiger bekommt, als beim Release.

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